Freitag, 19. November 2010

Cumpleanos!

Ich wusste, dass wir nach dem Schulausflug nicht nach Hause fahren würden, aber ich wusste nicht was wir machen würden....die anderen hatten eine supertolle Überraschung vorbereitet und selbst die eingeweihten Dominikaner haben alle nichts verraten.
Donnerstag haben wir uns abends von der Schulgruppe getrennt und sind mit dem Taxi in ein Hotel gefahren. Auf einmal waren überall ganz viele deutsche Freiwillige und ich hatte überhaupt keinen Plan was passieren würde. Ich wusste, dass Culcha Candela irgendwann in Santo Domingo ist, aber ich dachte, das war schon im Oktober und so ein zeitlich perfekter Zufall war ist ja nicht so naheliegend....ABER es war so:D Wir waren an dem Abend erst lecker Essen in der Zona Colonial, dann auf dem Culcha Candela Konzert im Hard Rock Café und danach feiern! Kein Wunder also, dass die Innenstadt auf einmal voll von Deutschen war! Am nächsten Morgen haben wir lecker gefrühstückt und dann nochmal geshoppt. Es war total cool und ich kann immernoch nicht glauben, dass die anderen das alles für mich gemacht haben! Das war die perfekte Überraschung!
Zuhause habe ich mit meiner Gastfamilie lecker gegessen und danach waren wir wieder Tanzen. Ich war zwar müde, aber es war schön auch mit meiner Gastfamilie meinen Geburtstag feiern zu können. Samstag habe ich dann noch ein deutsch-dominikanisches Buffet vorbereitet und ein paar Leute eingeladen. Nach dem Essen und ganz deutschen Vorglühen sind wir dann(wie sollte es hier anders sein^^) mal wieder Tanzen gegangen!
Ich glaube, ich hatte noch nie das Gefühl, so lange Geburtstag zu haben – und es war super;D

Donnerstag, 18. November 2010

Schulausflug

Donnerstag Morgen sollte es endlich losgehen auf einen Schulausflug nach Santo Domingo. Das Umweltministerium hatte uns eingeladen mit anderen Schulen an einem Tag zum Thema Umwelt teilzunehmen. Geplant waren Besuche im botanischen Garten, Zoo und Aquarium. Alle haben sich darauf gefreut und die Aufregung war groß! Schon zwei Wochen vorher hatten wir offiziellen Besuch bekommen, der uns darum gebeten hatte ein Lied, was die Schüler singen würden, in der Zeichensprache einzuüben. Darauf hin war die Aufregung noch größer! Fast jeden Tag haben wir also das Lied eingeübt, was schwerer war, als ich gedacht hatte. Natürlich können die Schüler weder den Takt noch den Text hören. Hinzukam, dass sie viele der Zeichen noch nicht kannten und es für einige sehr schwer war, die richtige Reihenfolge zu erinnern. Einen Morgen haben wir die ganze Zeit geübt im Takt hin und her zu gehen, indem sie kopiert haben, was ich mache. So haben die Leherer beschlossen, ich sollte doch die Dirigentin sein. Fand ich schonmal cool, weil es mir Spaß gemacht hat und ich so viel mit den Taubstummen machen und mehr Zeichen lernen konnte.
Donnerstag um fünf Uhr morgens war ich also wie verabredet am Treffpunkt...die Lehrer kamen dann eine halbe Stunde später und um sechs sind wir losgefahren...so viel zum dominikanischen Zeitplan^^Noch nie bin ich hier in einer so leisen Guagua gefahren! Sonst gibt es eigentlich immer sehr laute Musik, Unterhaltungen und es wird getanzt....bei einem Bus mit Taubstummen ist es da schon ruhiger. War zur Abwechslung und so früh auf jeden Fall angenehm:)Erst waren wir im Botanischen Garten, wo wir auch gesungen haben, dann im Zoo und dann im Aquarium. Für die einzelnen Sachen hatten leider nur wenig Zeit, da Santo Domingo für viele weit weg ist und wir mittags zwei Stunden zum Essen brauchten. Die anderen Freiwilligen konnten auch alle mitkommen und haben schon beschlossen, dass sie jetzt Nachhilfe in der Zeichensprache von mir haben wollen...mal sehen, wie das klappt;)
Alles in allem war es ein sehr schöner Tag - abends waren alle k.o. aber glücklich!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Neues vom Projekt

Im Projekt habe ich so langsam auch meinen Platz gefunden. Mittlerweile sind vormittags und nachmittags eine ganze Menge Kinder da und es gibt immer viel zu tun. Morgens bei den Kleinen singen wir immer, lernen etwas, frühstücken und dann wird draußen gespielt. Im Moment sind wir noch bei Formen und Farben...da passiert es öfter, dass auf die Frage "Welche Farbe hat der Kreis?" ganz laut "Rund!" geantwortet wird:D Meistens bereite ich die Aufgaben in den Heften vor und Carmen(meine Chefin) bearbeitet die dann immer mit den Kindern einzeln während die anderen spielen. Gestern war es total cool, weil wir beide vorbereitet und mit den Kindern gearbeitet haben. Das hat gut geklappt und mir viel Spaß gemacht! Trotzdem ist es immer sehr anstrengend. Der Lautstärkepegel kennt keine Grenzen, wir haben nur einen sehr kleinen Raum, es wird sich unglaublich viel gehauen unter den Kindern und den Jungs fällt ansonsten noch eine ganze Menge Quatsch ein! Zu zweit ist das nicht so das Problem, aber manchmal ist Carmen auf einmal weg...dann heißt es noch: "Setz mir die Jungs mal in einen Kreis." und weg ist sie. Das zu schaffen ist mir bis jetzt erst einmal gelungen und dann ist Carmen erst nach einer halben Stunde wiedergekommen^^ Die Jungs wissen, dass ich sie nicht haue und dass ich nicht auf 12 Kinder gleichzeitig achten kann und das nutzen sie dann auch gerne aus, um alles mögliche zu veranstalten. So bricht meistens Chaos aus und ich rette mich dann indem ich Lego oder so zum Spielen hole.

Nachmittags ist es ein bisschen entpannter, aber auch nicht einfach. Jetzt kommen meistens so 10 bis 15 Kinder – alle unterschiedlichen Alters, von verschiedenen Schulen, mit verschiedenen Haushaufgaben und verschiedenen Lernproblemen. Zu dritt ist das auch kein Problem, aber die eine Lehrerin geht meistens irgendwann ins Schulleiterbüro und dann sind wir nur noch zwei. Das ist eigentlich zu wenig, weil jeder Schüler, die ganze Zeit individuelle Hilfe brauch. Wie soll ein Kind, dass das ABC nicht kann, denn alleine einen Text lesen?! Bin ich noch nicht dahinter gekommen, wie das funktionieren soll. Genauso können die meisten nichtmal die Zahlen von 1-10 und sollen schriftlich addieren! Und dabei ist so wichtig ihnen zu helfen, damit sie nicht aufgeben oder sich schlecht fühlen. Sie wissen ja, dass die anderen in ihrer Klasse lesen, schreiben und rechnen können. Zusätzlich zu diesen Schülern kommen die, die in der Schule Quatsch machen und den Unterricht stören. Auch bei uns sorgt das manchmal für ein wenig Trubel;)

Mit meiner Chefin, Carmen, komme ich auch gut zu recht. Ich finde, sie hat eine gute Art mit den Kindern und mir umzugehen, ist eigentlich immer gut gelaunt und hat mir schon gesagt, sie wird mich nicht mehr gehen lassen;D Cool ist, dass sie meinen Ideen gegenüber sehr offen ist! Ich habe jetzt das ABC auf ein Plakat geschrieben und aufgehängt. So können wir(Carmen benutzt es auch viel:)) Buchstaben jederzeit zeigen und abfragen. Außerdem habe ich mir das ABC auf kleine Kärtchen geschrieben und gehe dann öfter mit einer kleinen Gruppe oder nur einem Schüler in den Karten, um die Buchstaben zu lernen. Die Kinder fahren total darauf ab, was mich natürlich freut!

Wenn ich zur Schule komme, laufen mir die Kinder meistens schon entgegen, um mich zu umarmen und zu begrüßen. Sie scheinen gerne mit mir zu arbeiten und nach Schulschluss spielen wir noch im Garten. Das sind immer besonders tolle Momente:)





Donnerstag, 7. Oktober 2010

Bergschulen

Heute haben Ruth und ich den Bildungs-Koordinator unseres Bundeslandes auf seine Visite in Schulen in den Bergen begleitet. Das war richig super! Zum einen fand ich es total cool, mir verschiedene Schulen ansehen zu können und zum anderen ist die Landschaft einfach ein Traum gewesen!

Die meisten Schulen hatten sehr große luftige Klassenräume und nur wenig Schüler. Viel Platz, eine frische Brise und frisch gekochtes Essen...davon können die Schüler in der Stadt nur träumen...aber immerhin bekommen sie bei uns Brötchen und Milch umsonst. Die Schulen haben uns auf jeden Fall sehr gut gefallen! Überall wurde uns entweder alles ganz stolz gezeigt oder wir konnten uns einfach alles ankucken ohne, dass es jemanden gestört hat.

Ein großer Nachteil ist uns auf dem Rückweg aber aufgefallen: Es gibt keinen Schulbus! Für einige bedeutet das einen Schulweg von mehr als einer Stunde auf Geröllstraßen entweder bergauf oder bergab! Das wird dann zu Fuß oder zu Esel gemeistert. In den Deutschland sind es Fahrräder, hier sind es halt Esel! Wenn man Glück hat, fährt gerade ein Auto die Straße entlang und nimmt einen mit. Wie gesagt: Wenn man Glück hat!







Montag, 27. September 2010

Sosua

Letztes Wochenende haben wir Freiwilligen alle bei Lukas übernachtet, um uns am nächsten Morgen ganz früh auf den Weg nach Puerto Plata zu machen. Dort hat Lukas´ Fußballteam nämlich eigentlich um 9 Uhr ein Spiel und danach wollten wir noch an den Strand.
So haben wir uns morgens in einem US-Amerikanischem Schulbus(da kamen gleich Erinnerungen auf:D) auf den Weg gemacht. Das Busfahren mit den Dominikanern ist an sich schon eine Erfahrung wert! Erstmal wird sich mit nach deutschen Maßstäben viel zu vielen Leuten in einen Schulbus gequetscht und dann wird während der zwei Stunden Autofahrt gefeiert! Rum und Latino Musik(Salsa, Merengue, Bachata, Reggaeton) auf voller Lautstärke sind für einen echten Dominikaner ein muss! Auf der Fahrt ist der Bus dann noch in einem riesigen Schlagloch in einer geteerten(!) Straße stecken geblieben. Also schnell alle Männer raus, anschieben und weiter geht's! Vom Geräusch her war ich mir ziemlich sicher, dass wir es nichtmer zum Spiel schaffen würden;)
Das haben wir mit zwei Stunden Verspätung aber noch hinbekommen. Nach zwei Spielen sind wir dann endlich an den Strand nach Sosua gefahren! Wir waren an einem wunderschönen, hauptsächlich von Dominikanern besuchten Strand in einer kleinen Bucht mit super klarem Wasser.

Die Rückfahrt wurde dann noch zu einem ganz besonderen Abenteuer. Der Busfahrer hatte beschlossen, dass ihm die Straße vom Hinweg in zu schlechten Zustand und die Fahrt durch die Berge zu gefährlich war. Also sind wir statt zwei Stunden fünf Stunden zurück gefahren! Hinzu kam, dass es einer der Spieler ein bisschem mit dem Rum übertrieben hatte und wir noch einen dreistündigen Zwischenstop an einem Krankenhaus machen mussten. Was für eine Rückfahrt!

Trotz allem hat keiner auch nur einmal genörgelt oder geschimpft, dass er jetzt nicht drei Stunden warten will, oder irgendetwas. Stattdessen wurde die Musik nochmal richtig aufgedreht und sogar während der Fahrt getanzt! Ich finde, das klingt genauso schwer, wie es ist....die meisten Dominikaner würden mir da aber sicher wiedersprechen;)

Sonntag, 19. September 2010

Caña - Zuckerrohr

Zuckerrohr zählt hier zu den "dulces"(Süßigkeiten). Zuerst wird mit einem Messer die Schale(oder Rinde?) abgehackt. Dann wird das Zuckerrohr in Teile geschnitten, von denen man mit viel Mühe Stücke abbeist. Auf den Fotos seht ihr einen Freund beim Zubereiten der Caña. Im Mund fühlt es sich an wie weiches Holz ohne Splitter, dass beim Kauen einen süßen Saft abgibt. Der trockene Rest wird danach ausgespuckt. Ist auf jeden Fall was neues und schmeckt auch, aber mehr als fünf Bisse machen meine Kiefer da nicht mit!

Mittwoch, 8. September 2010

Mi Projecto

So langsam, glaube ich, mein Projekt zu verstehen. "Escuela de Apoyo" bedeutet Hilfsschule. Es wird versucht Kindern zu helfen zu lernen.
Morgens gibt es eine Art Vorschuel und Unterricht für Taubstumme im Alter von acht bis 18 Jahren, nachmittags Hausaufgabenhilfe. Schüler, die morgens bei uns sind, besuchen nachmittags eine "normale" Schule und viceversa.
Meine Aufgabe bestand bis jetzt darin, morgens Doña Carmen bei der Betreuung von sechs bis acht Jungs im Alter von drei bis vier Jahren zu helfen. Wenn sie morgens kommen, werden alle mit ein paar Liedern begrüßt. Danach kommt "die Lektion des Tages", was bedeutet wir kommen zum Lernpart über Farben, Tiere, Schule, Basteln, Malen, usw. Zur Halbzeit wird dann gegessen. Eigentlich haben immer alle noch einen sehr süßen Saft mit und Kekse oder Chips. Viele Mütter, die ich kenne, würden da vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber hier scheint das normal zu sein. Auch wir trinken hier Zuhause viel Cola und so. Zusätzlich kauft die Schule noch Brötchen und sehr süße Milch, die es für alle gibt. Danach ist Spielezeit, wo mein Hauptpart beginnt. Am liebsten spielen die Jungs Ball, was manchmal garnicht so einfach ist. Je nach Tagesform gibt es meistens zwei Kandidaten, die den Ball zu ihrem Eigentum erklären. Da es nur einen Ball gibt, ist ein Streit zwischen diesen beiden schon vorprogrammiert. Die anderen finden das halt auch nicht so cool und geben dem auch immer relativ schnell Ausdruck. Es überrascht mich immer noch, wie viel ich am schlichten, schimpfen und trösten bin, bis alle kaputt sind und sich zur Pause in den Schatten setzen.
Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Jungs alle sind und wie sie je nach Tagesform die Gruppendynamik ändern können.

Nachmittags ist es da schon ruhiger. Bisher sind in der Hausaufgabenhilfe nur drei Kinder, die Konzentrations- oder Lerndefizite haben. Auch wenn sie keine Hausaufgaben haben, wird auf jeden Fall gelernt. Wir sind noch beim ABC und Zahlen...was einfach klingt, aber für einen Zweit- oder Drittklässler eine ganz schöne Herausforderung sein kann. Da habe ich auch eher das Gefühl, eine Unterstützung zu sein. Manchmal hat die Lehrerin Yensena mit einem besonders viel zu tun, dann kann ich mit den anderen weiter machen. Vorallem fällt es ihen sichtlich einfacher, wenn sie jederzeit jemanden haben, der ihnen helfen kann und da sind mehrere Leute natürlich besser.
Wenn sonst gerade nichts zu tun ist, lerne ich weitere Zeichen mit Jorge(dem Lehrer für Taubstumme) und Frederi(einer der Schüler und hobbymäßig mein eigentlicher Zeichensprachelehrer:)) - siehe Foto. Am Freitag war Besuchstag bei den Familien seiner Schüler, um ihnen zu sagen, dass sie ab Montag wieder alle zur Schule kommen sollen. Außerdem wurde noch ein Mädchen(Danke:D!) für die Vorschule angemeldet. Ich hoffe also, dass nächste Woche noch ein wenig mehr Schwung in die ganze Sache kommt!